Rainer Poppe – ein Leben für den Weg nach oben

Rainer Poppe – ein Leben für den Weg nach oben

Rainer Poppe – ein Leben für den Weg nach oben

 

Der Name Poppe ist so untrennbar mit dem Namen Vestner verbunden, wie ein Lift mit dem Wunsch, nach oben oder unten zu kommen.

Vor 50 Jahren war Rainer Poppe Schüler in der Volksschule Ludwigsfeld und Wilhelm Vestner ein guter Freund seines Rektors. Auf der Suche nach Nachwuchs verließ sich Hr. Vestner gern auf die Empfehlung seines Freundes und dieser wiederum empfahl seinem Schüler, doch mal bei Vestner vorstellig zu werden… 

„Damals hat man einfach das genommen, was s ich anbot und sich nicht so lange mit der Vorauswahl beschäftigt. Maschinenbauer klang gut und da ich auch die Elektrik verstehen wollte, habe ich direkt noch eine Ausbildung zum Elektriker dran gehängt. Heute gibt es das gebündelt beim Mechatroniker – in unserer Branche eine sehr sinnvolle Mischung.“

 

Und nach einiger Zeit durften Sie dann Ihren ersten Aufzug einbauen?

„Richtig – in der Bad Endorfer Kurklinik. Sehr spannend und lehrreich, aber nach einem Jahr wollte ich lieber in den Service und habe den Bereich gewechselt.

 Weil Sie reparieren spannender fanden als einbauen?

„Fast – weil im Service-Bereich jeder Tag anders war – andere Orte, andere Aufzüge, andere Kunden. Damals gab es bei Vestner die Prämisse:  Kein Aufzug steht länger als 12h! Das machte es zusätzlich reizvoll.“

 
Und wer stand Ihnen zur Seite? Oder hatten Sie nach einem Jahr bereits genügend Praxis für den Service gesammelt?

„Natürlich nicht! Damals hatten wir den Luxus, für 3-4 Jahre an der Seite eines erfahrenen Kollegen durchs Land ziehen zu können, um alle Arten von Aufzügen und deren Wehwehchen kennen zu lernen. Und natürlich auch alle Arten von Kunden.

 
Das heißt? Mal wurden Sie so sehnsüchtig erwartet wie der Pizzabote am Katertag und mal so griesgrämig wie der Gerichtsvollzieher?

„Genauso – es konnte schon mal vorkommen, dass man im Notdienst nachts um 3 Uhr von der Besitzerin eines Ladens aus dem Schlaf gerissen wurde mit dem Satz: „Sie müssen kommen. Die Tür vom Aufzug quietscht“. Glücklicherweise lernt man schnell, einen echten Notfall von einem eingebildeten zu unterscheiden.

 

„Wirklich nett war es immer mit dem Hausmeister eines ehemaligen Lazaretts in Gauting. Diesem war oft so fad, dass er eine Störung vortäuschte, um mich auf Weißwürste oder eine Brotzeit einzuladen.“

 

In den heutigen „Zeit-ist-Geld-Zeiten“ undenkbar ..Und dann war da noch der Rechtsanwalt in Schwabing, den ich mit den Worten „Mei, Sie kenne ich schon pränatal“ begrüßte. Nachdem ich seinen entgeisterten Blick ein paar Sekunde genossen hatte, erklärte ich ihm, wie lange ich schon diesen Aufzug kenne und repariere und so schon seine Mutter in den Genuss kam, nicht hochschwanger die Treppe nehmen zu müssen…

 
Haben Sie in München einen Lieblings-Aufzug?

„Unbedingt – mein absoluter Liebling ist einer der ältesten Aufzüge Münchens – in der Possartstrasse. Das Haus wurde von Rudolf Diesel gebaut und er war es auch, der den Aufzug plante. Zwar stammen die Teile vom einem unserer Mitbewerber, aber dennoch wird der Aufzug seit 50 Jahren von uns gewartet – eine inzwischen historische Aufgabe!

 
Betreten Sie eigentlich nach 50 Jahren einen Aufzug ohne „zu gucken“?

„Natürlich nicht – ich habe zwar nie Angst, aber dennoch schaue ich mir an, was so alles verbaut wurde und wie der Aufzug läuft.“

 
Und kommen Sie an einem kaputten Aufzug vorbei oder schlägt da sofort Ihr Service-Herz höher?

„Kommt drauf an – im Urlaub kam es tatsächlich schon mal vor, dass ich den Hotel-Lift repariert habe… war ja in meinem eigenen Interesse…

 
Worauf freuen Sie sich bei Vestner nach 50 Jahren jeden Tag aus Neue?

„Auf die Vielfältigkeit – kein Tag ist wie der andere. Und auf die Kollegen.“

 
Sehen Sie die junge Generation durch den meist einfacheren digitalen Wissenszugang als Chance oder Bedrohung für langjährige Mitarbeiter aus der analogen offline Welt?

Ohne Digitalisierung wäre die Branche nicht da, wo sie heute ist. Nicht nur ist ein Aufzug aufgrund der Digitalisierung und den vielfältigen Möglichkeiten zu skalieren heute um fast 50% günstiger als noch vor 40 Jahren, auch das Wissensmanagement ist deutlich einfacher geworden. Das ist auch eine große Chance, die ich bei Vestner sehe – das Wissen aus vielen Generationen zu bündeln und abrufbar zu machen. Wo die Zeit knapp wird, ist der Wissenszugang umso bedeutsamer.“

 
Wie viel ist aus Ihrer Sicht Erfahrung heutzutage noch wert?

„In der Aufzugsbrache ist Erfahrung unerlässlich! Jedes Modell hat andere Tücken und eigene Schwachstellen. Eine Mischung aus „kenn ich“ & „kenne ich nicht, aber probiere ich jetzt mal“ ist die perfekte Einstellung.“

 
Was würden Sie heute Ihrem jüngeren Selbst empfehlen?

„Dranbleiben, neugierig, offen und positiv bleiben“.

 
Quereinstieg vs. Erfahrung: Was raten Sie Ü40 – Bewerbern?

„Sofort bewerben – in der Aufzugsbranche gibt es keine Altersbegrenzung, solange man bereit ist, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen.“

 
Bekanntlich war früher alles besser – was war aus Ihrer Sicht früher wirklich besser und auf welche Entwicklung würden Sie nicht mehr verzichten wollen?

„Auf meinen Firmenwagen und auch die Klimaanlage möchte ich nicht mehr verzichten… J  Der Zeitdruck, der heute herrscht ist wiederum keine notwendige Errungenschaft.“

 
Was waren aus Ihrer Sicht die Highlights der 50 Jahre?

„Aus meiner Sicht war die Entwicklung des maschinenraumlosen Aufzugs ein sehr entscheidender Schritt. Damit verringerte sich der für einen Aufzug benötigte Raum im Gebäude wesentlich und ließ so völlig neue Konstruktionen zu. Vestner war einer der ersten Hersteller der diese Art von Aufzüge liefen konnte – inzwischen sind diese Aufzüge Standard. Und ich freue mich besonders über die Vestner-Aufzüge in prominenten Gebäuden – wie den Aufzug in der Allianz Arena in München und auch den Aufzug im Willy-Brandt-Haus in Berlin.“

 
Gibt es einen Wert bei Vestner, den Sie für besonders wichtig halten?

„Ja, die Fehlerkultur ist ein riesiges Asset bei Vestner. Hier darf man Fehler machen – aber es wird erwartet, dass man dazu steht und vor allem auch daraus lernt. Dieser Wert ist für das Vorankommen eines Unternehmens aus meiner Sicht unerlässlich.“

 
Und was wünschen Sie sich für Vestner? Wo sehen Sie Verbesserungspotential?

„Heutzutage fühlen sich viele Mitarbeiter nicht mehr dem Unternehmen verpflichtet und sehen ihre Arbeit nur als Job. Das führt bei Unzufriedenheit, die es immer mal geben wird, zu einer deutlich höheren Fluktuation als früher. Damals war das Commitment des Einzelnen einfach größer. Hier sehe ich bei Vestner durchaus Verbesserungspotential – die Möglichkeiten, Mitarbeiter zu binden sind vielfältig und hierauf könnte man einen etwas größeren Fokus legen.“

 

Gibt es etwas, was Sie bei den jungen Kollegen vermissen?

„Ja, ich vermisse manchmal den Ehrgeiz, Probleme selber lösen zu wollen oder selber einen Schritt weiter zu denken. Klar ist es wichtig, sich gegenseitig zu helfen und dennoch haben wir uns früher erstmal selbst in ein Problem „reingefuchst“ und nach kreativen Lösungen gesucht und nicht sofort „Hilfe“ gerufen.“

 

Sollten Sie eines Tages doch beschließen, komplett in den Ruhestand zu gehen – was werden Sie am meisten vermissen?

„Viele Kollegen, manche Kunden“

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