Kevin allein im Lift

Kevin allein im Lift

Kevin allein im Lift …

Kevin Quednau – noch keine 30 Jahre alt und schon einer der dienst-ältesten Mitarbeiter bei Vestner!

Begonnen hatte alles in Berlin – als er als 16-Jähriger einen Ausbildungsplatz suchte…

„Ehrlich gesagt, war Vestner nur eine von vielen Firmen, bei denen ich mich mal auf gut Glück beworben hatte. Ich kannte die Firma nicht. Doch sie waren die ersten, die mich anriefen und ich weiß auch noch genau, an welchem Tag. Es war der 01.06.2005 und der Kontakt war so freundlich, offen und nett… dann hab’ ich einfach mal zugesagt.“

 

So begann die Karriere von Kevin Quednau bei Vestner mit einer Ausbildung zum Technischen Zeichner. Nach 1 ½ Jahren Berlin stand die erste große Veränderung ins Haus. Die Abteilung wurde nach München verlegt und Kevin musste sich entscheiden – rein ins kalte Wasser und raus nach München oder in Berlin bleiben und von vorn anfangen.

 

Er entschied sich fürs Kofferpacken und nach weiteren 2 Jahren Ausbildung stand fest – er bleibt – nicht nur in München sondern auch bei Vestner, als Konstrukteur für Neuanlagen:

„Der Einstieg war super spannend und die Lernkurve gewaltig und dennoch habe ich nach ein paar Jahren festgestellt – ich bin doch eher Tüftler und Individualist. Und so bin ich von den Neuanlagen zur Modernisierung gewechselt. Um einen bestehenden Aufzug zu modernisieren, muss man nicht nur jedes Detail genau kennen, sondern auch das komplexe Zusammenspiel aller Komponenten. Erst dann kann man die perfekte Lösung finden. Und diese intensive Tüftelei ist genau mein Ding. Wenn es mir gelingt, die alte Technik zu überlisten, ist das für mich jedes Mal ein kleines Fest.“ 

 

 

„Wenn es mir gelingt, die alte Technik zu überlisten, ist das für mich jedes Mal ein kleines Fest.“

 

Nicht nur die Technik stellt hohe Anforderungen, auch die Kunden möchten hier und da ein Wörtchen mitreden – oder zwei. Ist das auch jedes Mal ein kleines Fest?

„Na ja, sagen wir mal so – es wird viel vorausgesetzt. Wie heutzutage fast überall gilt auch bei uns: Nicht gemeckert ist Lob genug. Und gemeckert wird wenig. Dennoch freut man sich umso mehr über tatsächlich geäußertes Lob. Zum Beispiel von Fam. Köck in Bad Füssing – hier haben wir den Aufzug passend zum Hotel modernisiert und Hr. Köck äußerste sich sehr dankbar für unsere gute Zusammenarbeit und unsere Bereitschaft, nicht nur in Technik-  sondern auch in Designfragen mitzudenken. Das motiviert und man geht gleich mit noch mehr Schwung an das Projekt“.

 

Und abgesehen von den Kunden – gab es ein für Sie besonderes Erlebnis innerhalb der Firma?

„Ich hatte eine Art Feuerprobe während meiner Ausbildung.
Ich war gerade recht frisch in München als es Probleme mit einem Aufzugsmotor gab. Der Motor musste  – mal kurz – für eine Reparatur zum Hersteller nach Italien.
Paul Vestner, der Seniorchef kam auf mich zu und fragte mich, ob ich die Tour übernehmen könnte… na ja, da sagt man natürlich nicht „nein“. Also bekam ich ein Auto und etwas Taschengeld, holte den Motor in München ab und machte mich auf den Weg.“

 

Er hält kurz inne und ich warte auf die Pointe…

„Ja, ja – heutzutage wäre das wenig besonders – doch damals gab es weder Smartphones noch Navis für Italien und eine Karte hatte ich auch nicht. Nur einen Führerschein – aber auch den erst seit kurzem…

Also habe ich versucht, mir vorher noch kurz die wichtigsten Stationen meiner Reise einzuprägen und hab mich auf den Weg gemacht – nach Castelfranco Veneto… den Namen werde ich wohl nie vergessen…

Bis zum Gardasee war`s  nicht weiter schwer –immer gerade aus, den Schildern nach. Danach wurde es schon deutlich verzwickter… mal eben fragen, ging nicht – mein Englisch war so lala und mein Italienisch, äh, hüstel.

Ich weiß auch nicht mehr wie, aber irgendwann war ich tatsächlich da. Jetzt musste ich nur noch das Hotel für die Nacht finden… kein Problem, in einer italienischen Kleinstadt  – ohne Karte! Kaum vorstellbar, aber ich hab’s geschafft. Auto abgestellt und Zimmer bezogen, am nächsten Morgen dann weiter den Motor abgeben, eine Weile später, Motor wieder abgeholt und den Schildern zurück gefolgt.

Paul Vestner war begeistert und ich stolz wie Oscar… “ – breites Lächeln…

 

Kevin allein im Lift

 

In den darauffolgenden Jahren ist viel passiert. Herr Quednau hat eine Ausbildung zum Ausbilder gemacht, sich weitergebildet, unzählige Aufzüge modernisiert, mit Kunden verhandelt, getüftelt, war hier und da verzweifelt aber meistens ganz entspannt.

 

Gibt es etwas, worauf Sie sich nach so langer Zeit immer noch täglich freuen?

„Ganz klar – auf meine Kollegen! Wir haben einen sehr lockeren und entspannten Umgang. Wir lachen viel und halten zusammen. Schwätzchen sind nicht nur erlaubt sondern erwünscht. Die Atmosphäre ist wirklich gut und das hilft auch über die kleinen und großen Wehwehchen hinweg, die ja jeder Job mal so mit sich bringt.“

 

Aber 13 Jahre gedanklich im Aufzugschacht – wird das nicht irgendwann auch mal fad?

„Wahrscheinlich wäre mir in jedem anderen Job längst fad geworden. Aber wenn wir Aufzüge modernisieren, stehen wir bei jedem Aufzug für einem anderen und nicht selten auch neuen Problem. Da sind keine Aufgabe und kein Tag wie der andere. Der Kreativprozess ist immer ein anderer, ebenso das Zusammenspiel mit dem Kunden. Sprich, es bleibt spannend.“

 

Und abgesehen von den netten Kollegen – was motiviert Sie bei Vestner?

„Die Freiräume, das Vertrauen, der Umgang untereinander. Ich bin in meiner Arbeitsweise ziemlich frei. Am Ende muss der Kunde zufrieden sein – ob ich meine Kollegen um Hilfe bitte, mir selbst den Kopf zermartere, unkonventionell denke oder auf Standards zurückgreife – das bleibt mir überlassen. Wenn ich eine Idee habe, dann kann ich diese umsetzen. Und mir gefällt die Fehlerkultur von Paul Vestner, unserem Seniorchef: Jeder macht mal Fehler, jeder kann auch mal Fehler machen aber man sollte für seine Fehler gerade stehen und Lösungen anbieten. Damit kann ich gut leben.“

 

Und Hand aufs Herz – was nervt sie oder wirkt sich weniger motivierend aus?

„Ehrlich gesagt, dass Probleme manchmal kein Gehör finden. Da würde ich mir manchmal mehr Verständnis wünschen. Es geht ja immer um die Firma und da möchte man gern nicht nur Lösungen präsentieren dürfen sondern auch mal Probleme platzieren und auch das Gefühl haben, gehört und ernst genommen zu werden.“ 

 

Stichwort Altersmischung – Sie sind jung aber dennoch schon ein alter Hase. Glauben Sie, dass der einfachere digitale Wissenszugang der jungen Kollegen es für die ältere Generation schwieriger macht?

„Das mag in anderen Branchen so sein – in der Aufzugsbranche sehe ich das eher nicht. Hier zählt Erfahrung und manchmal hat ein junger Kollege in einem Punkt mehr Erfahrung als ein älterer. Es geht um den Austausch und der erfolgt in beide Richtungen – da ist das Alter irrelevant und auch die Position im Unternehmen. Da Aufzugstechniker kein klassischer Lehrberuf ist, geht viel über „Machen – ausprobieren – anders machen – fragen – hinterfragen – neu fragen“.

 


„Machen – ausprobieren – anders machen – fragen – hinterfragen – neu fragen“

 

Nachdem es eben kein klassischer Lehrberuf ist, gibt es naturgemäß viele Quereinsteiger in der Aufzugsbranche. Was empfehlen Sie Quereinsteigern?

„Das, was man allen empfehlen sollte – egal ob Einsteiger oder alter Hase, Lift-Neuling oder Profi: Sei offen für andere Arbeitsweisen, bleibe lernbereit und fühl Dich nie zu alt, Ratschläge anderer, auch Jüngerer anzunehmen.“

 

Sie sind zwar noch keine 30 aber was würden Sie ihrem jüngeren Selbst empfehlen?

„Immer bei sich zu bleiben. Auch wenn es mal schwierig wird und man gegen den Strom schwimmt. Die eigene Meinung ist wichtig – Ja-Sager gibt es schon genug.“

 

Vestner gibt es seit 88 Jahren und auch Sie haben in den letzten 13 Jahren viele Veränderungen miterlebt. Gibt es etwas, was Sie früher besser fanden?

„Ja, die Produktion im eigenen Haus. Vor allem bei der Modernisierung brauchen wir manchmal Teile, die nicht standardisiert sind und in keinem Katalog stehen. Früher hätten man für solche Fälle kurz in die Werkstatt gehen können – das ist jetzt deutlich komplexer und aufwendiger. Dennoch ist die damit einhergehende Automatisierung und damit Standardisierung natürlich von unschätzbarem Vorteil und nicht mehr wegzudenken.

Und auch der Frauenanteil ist ein deutlich anderer. In meiner Ausbildung waren Mädchen absolute Ausnahmen, heute machen sie ca. 50% aus – das ist schon ein Riesenunterschied.“

 

Ist Vestner aus Ihrer Sicht nun ein Handwerksbetrieb oder ein Industrieunternehmen?

„Das kommt ganz darauf an – im Bereich der Neuanlagen sind wir mit ca. 1000 Anlagen pro Jahr ganz klar ein Industrieunternehmen. In meinem Bereich, der Modernisierung, mit ca. 100 Anlagen im Jahr und deutlich weniger Automatisierung sind wir eher ein Handwerksbetrieb.“

 

Sie haben als Azubi angefangen, inzwischen bilden Sie selbst die Azubis aus. Worauf kann sich ein Auszubildender bei Vestner freuen?

„Auf sehr viel Abwechslung – es wird alles, nur nicht langweilig. Und wenn er seinen Bereich gefunden hat, dann darf er da auch bleiben. Da sind wir sehr offen und flexibel. Wichtig ist Eigenverantwortung und Initiative.  Wer was machen will, bekommt alle Möglichkeiten dafür. Und der große Vorteil im Gegensatz zu einem Konzern wie BMW oder Thyssen Krupp – hier kennt jeder jeden. Man hat einen Namen, den jeder kennt – Nummern haben hier nur die Aufzüge.“

Kevin allein im Lift


So, die beiden wichtigsten Fragen zum Schluß:

Welcher ist Ihr „Lieblings-Lift“?
(Die Antwort kommt nach einem Sekunden-Bruchteil)

„In Berlin – im Willy-Brandt-Haus, der SPD-Zentrale. Ich glaube, kein Berliner Aufzug ist häufiger im Fernsehen… J Das Besondere ist seine Technik – er hat nämlich keine Kabinendecke und ist dadurch nach oben offen. 

Und natürlich der Lift im AquaDom – er verläuft mitten durch das Aquarium – das muss man mal erlebt haben! 

 

Na das ist dann wohl der einzige Lift, in dem man gern mal stecken bleiben würde?

Absolut – wenn, dann da!

 

Und die wichtigste Frage zum Schluß – wie gut ist der Kaffee bei Vestner?

„Ich trinke keinen Kaffee aber die Schokomilch ist einsame Spitze!“

 

Und ihre berühmten letzten Worte?

Das was ich auch mir selbst empfehlen würde:
„Immer bei sich zu bleiben. Auch wenn es mal schwierig wird und man gegen den Strom schwimmt. Die eigene Meinung ist wichtig – Ja-Sager gibt es schon genug.“

Kevin allein im Lift

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch Anklicken des unten stehenden Kästchens erkläre ich mein Einverständnis, dass VESTNER meine im Rahmen der Eingabemaske des Webblogs angegebenen Daten und Kommentierung, die ich an VESTNER übermittelt habe, speichert, verarbeitet und nutzt solange der Blog von mir abonniert ist bzw. die Kommentierung gelöscht wird. Ihre IP-Adresse wird nach zwei Monaten automatisch gelöscht.

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?